Grube Johannes

Grube Johannes

oder auch Grube Nr. 362, befand sich nördlich der ehemaligen B80 zwischen Riestedt und Emseloh. Sie hatte eine Fläche von 101.000qm. Die Betriebszeit lag zwischen 1851 und 1853. Die Grube baute bei Teufen von 12m bis 25m auf dem zweiten, dritten und vierten Flöz. Neben dem großen, gehörten auch noch zwei weitere Teilbereiche im Gebiet der Grube Julius zum Grubenfeld.

Übernahme durch die Mansfelder Gewerkschaft (1837)

• Die Mansfelder Gewerkschaft erbohrte 1837 das Nachbarfeld und entdeckte die 5 bauwürdigen Flöze. • Das Oesterrieths- und Silberborns-Feld ließen sie jedoch zunächst unbeachtet, weil sie dort nur noch wertlose, durch den Firstdruck zerstörte „Kohlenecken“ vermuteten, deren Aufwältigung zu viel teures Grubenholz gekostet hätte. • Als jedoch andere private Spekulanten Interesse zeigten, kaufte die Gewerkschaft das Feld den Ackerbesitzern eilig ab und taufte es „St. Johannesgrube bei Riestedt“.

Technische Details und Geologie

Bei Erkundungsbohrungen (Bohrloch Nr. 1) wurden vier Flöze mit metrischen Maßen (umgerechnet aus preußischen Lachtern) nachgewiesen:

• 1. Flöz: ca. 0,5 Meter mächtig bei einer Teufe von ca. 3 Metern.

• 2. Flöz: ca. 1,3 Meter mächtig bei einer Teufe von ca. 14 Metern.

• 3. Flöz: ca. 1,6 Meter mächtig bei einer Teufe von ca. 16 Metern.

• 4. Flöz: ca. 2,8 Meter mächtig bei einer Teufe von ca. 30 Metern.

• Ende der Bohrung: Bei ca. 37 Metern Teufe stieß man nach weißem und kalkartigem Ton schließlich auf den charakteristischen roten Ton des bunten Sandsteins.

Der unfreiwillige Abbau ab 1850 (Der Brand auf Grube Georg)

• Eigentlich sollte das Johannes-Grubenfeld erst später genutzt werden, da auf der westlich benachbarten, privaten Grube Georg noch viel vorgerichtete Kohle anstand. • Der Wendepunkt 1850: Auf der Grube Georg brach im Jahr 1850 jedoch ein schwerer Grubenbrand aus. Um das Feuer zu ersticken, musste die dortige Dampfmaschine abgeschaltet werden, wodurch der gesamte Bau absichtlich unter Wasser gesetzt wurde. • Um den Kohlebedarf (Debit) dennoch zu decken, wurde die Grube Georg vorübergehend stillgelegt und der Abbau massiv auf das Feld der St. Johannesgrube verlagert. • Die Entwässerung des Johannes-Feldes funktionierte dabei ohne eigene Dampfmaschine, da es über den großen zentralen Mansfeldischen Wasserlösungsstollen (angesetzt im Riestedter Steigergraben) untertägig mitgelöst wurde.