Pferdebahn

Pferdebahn

Die Pferdebahn diente dem Transport der abgebauten Braunkohle vom Förderschacht zum Riestedter Bahnhof. Sie verlief auf einem künstlich aufgeschütteten Damm. Als günstiger Baustoff für diesen Damm wurde die Asche der Dampfmaschinen genutzt, die man ohnehin auf der Halde hätte verkippen müssen. Diese Maschinen trieben die Kohleförderung an und pumpten das Grubenwasser ab. Im Bereich des Riestedter Baches verband eine hölzerne Brücke den südlichen und den nördlichen Teil des Dammes. An den Damm schloss sich ein Stollen an, der unterirdisch bis zum Verladebereich des Bahnhofs führte. Die Industrielle Revolution ließ die Nachfrage nach Brennstoffen durch den Einsatz von Dampfmaschinen und Eisenbahnen massiv ansteigen. Die Mansfelder Gewerkschaft legte das Riestedt-Emseloher Braunkohlewerk daher von Anfang an so aus, dass es nicht nur den lokalen Bedarf deckten sollte. Ein Großteil der Kohle sollte überregional verkauft und per Eisenbahn abtransportiert werden - ein Vorhaben, das mit klassischen Pferdewagen unmöglich gewesen wäre. Die Dämme und die Brücke wurden waagerecht angelegt, um das Relief der Landschaft auszugleichen. Dank der darauf verlegten Gleise ließen sich dann große Lasten mit deutlich weniger Pferden bewegen. Zudem spielte das Wetter eine weitaus geringere Rolle als beim Transport über unbefestigte Feldwege und Straßen. Wie genau der Transport der Förderwagen durch den Stollen ablief, ist leider nicht überliefert. Es ist jedoch anzunehmen, dass eine sogenannte Flachenförderung zum Einsatz kam - eine Technik, die später auch im Kupferschieferbergbau genutzt wurde. Da der Stollen ein leichtes Gefälle in Richtung Mundloch aufwies (damit eindringendes Wasser nach vorne abfließen konnte und sich nicht im hinteren Teil sammelte), mussten die vollen Förderwagen gezogen werden. Diese Flachenförderung funktionierte ähnlich wie eine Seilbahn, deren Gondeln nicht in der Luft hängen, sondern auf Schienen gezogen werden. Die vollen Wagen wurden zum Verladebereich gezogen, dort von der Bahn abgehängt und mit einem Aufzug nach oben befördert, um sie über den Bahnwaggons auszukippen. Die leeren Wagen ließ man anschließend wieder zum Stollen hinab, wo sie erneut an die Bahn angekoppelt wurden. Als Antrieb für diese Förderung diente ebenfalls eine Dampfmaschine.

Hier lässt sich eine Simulation der historischen Stollenförderung starten.

Pferdebahn Dieses Bild ist KI generiert und dient nur der Veranschaulichung. Es ist kein reales Bild der Pferdebahn des Riestedt-Emseloher Braunkohlwerkes.