Ziegelei

Ziegelei

Die Ziegelei befand sich an der Kassler Chaussee Richtung Emseloh auf der rechten Seite. Um das Jahr 1812 ging die Ziegelscheune in das Eigentum der Gemeinde über. Dies war ein massives finanzielles Großprojekt, für das sich das Dorf schwer verschulden musste:

• Der Kaufpreis und die Gläubiger: Für den Ankauf der Ziegelscheune lieh sich die Gemeinde eine Summe von insgesamt 2.570 Thalern. Das Geld stammte aus drei verschiedenen Quellen:

• 1.500 Thaler von einem Geldgeber namens Hilpert aus Riethnordhausen.

• 1.000 Thaler direkt vom königlichen Rentamt in Sangerhausen.

• 70 Thaler vom einheimischen Bürger Christian Pabst.

• Die Zinslast: Allein für die Jahre 1812 und 1813 mussten für dieses erborgte Kaufkapital 150 Thaler Zinsen gezahlt werden.

• Die Erbabgabe: Seit dem Kauf im Jahr 1813 war die Gemeinde zudem verpflichtet, eine jährliche Abgabe (einen Erbzins) von 21 Groschen an das Amt Sangerhausen abzuführen.

Die Ziegelei wurde von der Gemeinde nicht selbst betrieben, sondern gewerblich verpachtet, um Einnahmen zu generieren:

• Das Geschäftsjahr 1812:

Aus der offiziellen „Rechnung der Riestedter Ziegelscheune“ für das Jahr 1812 geht hervor, dass der Betrieb in dieser Phase ein Defizit erwirtschaftete:

• Einnahmen: 951 Thaler, 5 Groschen und 8 Pfennige.
• Ausgaben: 980 Thaler, 21 Groschen und 1 Pfennig.

• Die Pachteinnahmen (1816): Im Jahr 1816 brachte die Verpachtung der Ziegelscheune der dörflichen Kasse eine feste Netto-Einnahme von 82 Thalern ein.

Eine besondere Bedeutung wird der Ziegelei in der Phase des Bergbau durch die Mansfelder Gewerkschaft erlangt haben. Da durch diesen Bergbau die Nachfrage nach Ziegeln enorm steig. So wurde der Entwässerungsstollen, der vom Stollengraben beim Kollerberg aus das östliche Grubenfeld entwässerte komplett in Mauerung gesetzt (aus Ziegelsteinen gemauert). Dieser Entwässerungsstollen reichte später bis an die Dorfgrenze von Emseloh. Auch die Wasserhaltung- und Förderschächte des Riestedt-Emseloher Braunkohlenwerkes und der Stollen der Pferdebahn wurden ausgemauert. Dafür wurden große Mengen an Ziegelsteinen benötigt.

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